Unsere geliebte Dolly ist kein geklontes Schaf und keine tschechische Pornodarstellerin, sondern ein Gestell aus Holz und Skaterrollen. Um sachlich zu werden: Dolly ist der englische Begriff für "Transportwagen" und hat sich als Bezeichnung für Kamerawagen etabliert, die - auf Schienen unterwegs - schöne Kamerafahrten ermöglichen. So ein Teil käuflich zu erwerben, sprengt natürlich den finanziellen Rahmen der No-Budget-Produktionen, die wir in Bocholt so realisieren. Also haben wir uns pfiffig an den Eigenbau getraut. Auch da kommt man nicht ohne seine Brieftasche aus, aber es ist doch die wesentlich günstigere Variante, einen Dolly ikea-like in Einzelteilen zu kaufen und selbst zusammen zu flicken. Dazu geht's ab in den Baumarkt!
Auf der Einkaufsliste stehen diese Klamotten:
Ein Brett (50 x 80 cm)
Vier Möbelwinkel
Kunststoffrohre
Acht Skaterrollen (die findet man natürlich eher im Sportgeschäft)

Auf der Oberseite des Brettes broht, fräst, drückt, kratzt man drei Kulben, in denen die Stativfüße Halt finden (damit die ganze Gerätschaft nicht bei voller Fahrt ins Rutschen kommt). Auf der Unterseite des Brettes bringt man wiederum die Möbelwinkel an - an jeder Ecke einen. Und zwar so, dass - wenn man das Brett mal auf die Oberseite legt - jeder Möbelwinkel praktisch so ein kleines Dach bildet, dessen First parallel zur Längsseite des Brettes verläuft. Schwer zu beschreiben, leicht abzugucken. Sind die Möbelwinkel erstmal so ans Brett geschraubt, werden an jedem Winkel zwei Skaterrollen so zueinander befestigt, dass man den Dolly danach ohne Abrutschgefahr über die Schienen rollen kann. Als Schienen dienen die Kunststoffrohre.
Achtung: Mit Sand befüllte Gartenschläuche haben sich bei unseren Tests als schlechte Schienen erwiesen - die Reibung zwischen dem Schlauchgummi und den Skaterrollen ist zu krass, da lässt sich der Dolly nicht mehr einfach von A nach B schieben. Aber vielleicht haben wir uns auch nur zu dumm angestellt.
