Hier halten wir euch über die Dreharbeiten unseres aktuellen Films "Wir drehen uns" auf dem Laufenden.
Außerdem informieren wir über so einiges, was in Sachen Amateurfilm rund um Bocholt und NRW noch so geht.
Und es blüht einfach nicht.31.05.2011
Vergangenes Jahr im Herbst begannen die Planungen zu dem kleinen Familiendrama "Blütezeit". Der Film sollte eigentlich schon etwas früher abgedreht werden, aber da die Blütezeit von Mohnblüten, die in diesem Film eine tragende Symbolik verkörpern, sich auf den Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni erstreckt, mussten wir geduldig warten. So war aber auch mehr als genug Planungszeit, was sich im Endeffekt sehr gelohnt hat:
Begonnen hat der Tag in den Büroräumlichkeiten, in denen Maurice Heßing seinen Arbeitsalltag verbringt, und die wir eigentlich ja schon an einem voran gegangenen Drehtag abgegrast hatten. Aber nichtsdestotrotz trafen wir hier mit einer noch kleinen Crew zur unnatürlich humanen Startzeit von 11 Uhr ein und legten los. Von da an lief wirklich alles unglaublich glatt. Haargenau, wie es die Zeitplanung vorsah, bewegten wir uns von Location zu Location und drehten uns an dem 9-stündigen Kurzfilm-Tag die Finger wund. Nur in der Hotel-Location kam es dann zu kleinen Verzögerungen, und unser eifriges Script-Girl Pia Rodriguez tippte immer schon nervös mit dem Finger auf Uhr und Klemmbrett. Schuld waren nicht Cast oder Crew, sondern das Hotelbett, das einem Stunt von Hauptdarsteller Günter Thebingbuß einfach nicht genug Halt bat. Nach zwei unnötigen Lattenrost-Demontierungen wurde etwas umgeplant und bald waren wir auch schon wieder im Zeitplan und das Bett froh nicht vollkommen hingerichtet zu werden. An dieser Stelle ein Dank an die gesamte Crew, die mit dem Kopf immer bei der Sache war und den Regisseur vor einigen listigen Filmfehlern bewahrt hat. Eine wirklich standhafte Leistung trotz des steigenden Sauerstoffmangels, welcher das 9-Quadratmeter-Hotelzimmer durchsetzte, in dem wir uns viereinhalb Stunden lang zu sechst stapelten.
Die letzte Klappe fiel dann auf dem "Mohnblütenfeld", wie Kevin es zwei Wochen zuvor, als er es durch Zufall freudig fand, taufte. So lange wurde gesucht, und da war es endlich - ein brach liegendes Feld voller Mohnblüten, die ja eigentlich gar nicht so gerne mit anderem Gewüchs zusammen auftreten - hier aber eine Ausnahme machten und fröhlich blühten. Wie es eben im Drehbuch stand, herrlich! Doch nach dem schlechten Wetter in der Woche zuvor, waren auf der ca. ein Hektar großen Fläche nur noch ganze elf Mohnblüten übrig - na wenigstens gebündelt.
Doch einen perfekten Abschluss nach so einem gelungenen Tag wollte sich das D-Movie-Team dann aber doch nicht nehmen lassen, und es wurde eifrig um den Mohnblüten-Haufen herum gedreht, so dass es durch die ständigen Perspektivenwechsel sogar nach mehr Blüten aussieht. Ein geschickter Kamera-Gauklertrick und der lange Tag hat sein wohlverdientes, sehr zufriedenstellendes Ende gefunden. Und beim nächsten Mal setzen wir auf Plastikblumen anstatt auf Mutter Natur.
