Hier halten wir euch über die Dreharbeiten unseres aktuellen Films "Wir drehen uns" auf dem Laufenden.
Außerdem informieren wir über so einiges, was in Sachen Amateurfilm rund um Bocholt und NRW noch so geht.
SMS des Grauens / Abgefahren06.06.2011
Wie man mit weniger als 160 Zeichen einen Tag vor dem Drehwochenende selbiges zu känzeln droht - Maren macht's vor: "bin krank, versuche bis morgen wieder fit zu sein! aber viel schlechtere nachricht von rita, die liegt im krankenhaus" - eine SMS und die Stimmung von Regisseur David Lensing machte eine 180°-Wende von Vorfreude auf Verzweiflung. Immerhin schienen zwei von drei wichtigen Darstellern außer Gefecht zu sein. Zur Info: Auf dem Drehplan standen die Szenen, in denen Erkin mit Janna und deren Freundin Nora vor der Kamera stehen sollte. Erkin-Darsteller Kevin Ramolla erklärte sich zwar prompt bereit, mit entsprechenden Perücken und der Anwendung moderner Splitscreen-Techniken sämtliche Rollen alleine zu spielen, doch dieser Vorschlag lief eher unter der Kategorie "strikt abgelehnt". Stattdessen wurde sturmgeklingelt und die Lage geklärt: Maren war gar nicht so krank und Rita so gar nicht im Krankenhaus. Die SMS des Grauens war eine Falschmeldung und das Drehwochenende konnte wie geplant starten.
Damit wären die interessanten Anekdoten auch abgehakt, denn der Rest lief wie am Schnürchen und streng nach Plan. Die Neuigkeiten beschränken sich auf das Übliche: Keine Überstunden, keine Kameraschäden, keine Verletzten. Bemerkenswert war Kevins Performance als Erkin, dessen Gefühlsausbruch so manch Crewmitglied Gänsehaut bescherte, und die lesbischen Kusseinlagen zwischen Janna und Nora. Zitat Maren (nach dem x-ten Take): "Das ist nicht mehr zärtlich, das ist schon geil." Mit der 14-stündigen Dreheinheit am Samstag entwickelte sich der Dreh-Marathon mal wieder zu einem kleinen Ausdauersport, der gegen 2 Uhr morgens erste Opfer forderte. So wollte Rita nur kurz ihren Akku nachladen und ne kleine Drehpause zum Pennen nutzen, um nur eine Stunde später festzustellen, dass die Bettszene mit ihr und Maren mittlerweile gedreht wurde - ohne dass Rita, schlafend im Bild liegend, irgendwas mitgekriegt hat. Zu guter Letzt gab's dann noch ne Runde Badespaß zu später, beziehungsweise früher Stund, ehe um vier Uhr morgens der Drehschluss ausgerufen wurde - was nichts anderes hieß als: Schnell schlafen, bevor's weitergeht!
Denn am Sonntag stand die weit im Voraus geplante, schwerberüchtigte 30-Meter-Kamerafahrt auf dem Reeser Marktplatz an. Für eine Dauer von drei Stunden hatten wir uns beim Kreis Kleve die Genehmigung eingeholt, auf öffentlichem Verkehrsgrund zu drehen und Parkplätze zu sperren, nur um vor Ort festzustellen, dass unsere liebevoll gestalteten "Parkplatz dann und dann gesperrt"-Schildchen geflissentlich ignoriert worden waren und ein dicker Passat voll im geplanten Bildausschnitt geparkt hatte. Zum Glück dauerte es eine Weile, bis unser Handwerker-Team mit der Montage der Dolly-Schienen samt Holz-Unterbau fertig war - an dieser Stelle besten Dank an die Kompetenz-Bolzen Stefan, Phil, Maurice und Nick - ehe die Dreharbeiten beginnen konnten. In der Zwischenzeit tauchte der Besitzer besagten Passats nämlich auf und verdrückte sich mit seinem Auto. Besser so, sonst hätten wir noch Ernst machen und den Abschleppdienst rufen müssen.
Genug der guten Nachrichten. Ein weiteres Drehwochenende ist erfolgreich abgeschlossen, 13 weiteres Szenen sind erfolgreich abgedreht und wenn's so weitergeht, werden wir glücksverwöhnten Amateurfilmer vielleicht noch in diesem Jahr unseren neusten Streifen zeigen. Bis dahin toi, toi, toi, dass die letzten 8 Drehtage mit Bravour gemeistert werden.
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