Hier halten wir euch über die Dreharbeiten unseres aktuellen Films "Wir drehen uns" auf dem Laufenden.
Außerdem informieren wir über so einiges, was in Sachen Amateurfilm rund um Bocholt und NRW noch so geht.

Schiffsverkehr vor Sommerpause
27.06.2011

Ziehen wir mal Bilanz: Heute ist ein Darsteller krank, ein paar weitere kämpfen zweifelsohne mit den ersten Anzeichen einer Herpes-Infektion, dafür haben wir immerhin über 6 Stunden Rohmaterial gesammelt und der liebe Aal hat den Dreh auch unbeschadet überstanden. Würde sagen, war erfolgreich! Das hinter uns liegende Wochenende der Superlative hat mal wieder Zeit und Nerven gekostet. Wie viele Stunden wir gedreht haben, zählen wir ja schon gar nicht mehr (es waren 27 Stunden effektive Drehzeit, 34 Stunden, die wir insgesamt aufeinander herumgehangen haben und davon 4 Stunden Schlaf).

Mit diesem letzten großen Drehwochenende vor der großen Sommerpause wollten wir noch einmal einen großen Schritt vorankommen. Los ging's am Samstag mit zahlreichen Szenen in der Hauptlocation, der WG unserer drei Hauptdarsteller, die wir etwas verranzter vorgefunden haben, als wir sie in Erinnerung hatten (nicht die Hauptdarsteller, sondern die WG - man kann den lieben Gastgebern das Feiern ja nicht verbieten und das haben die drauf, nach allen Regeln der Kunst). Die legendären Making-Of-Aufnahmen an diesem Drehort werden aber nur ausschnittweise den Weg auf die DVD finden, weil unser großartiges Ensemble - Flip, Kev und der Hoppe - ein paar schwarzhumorige Kannste-nicht-bringen-Pointen vom Stapel lassen mussten. Nach dieser etwa achtstündigen Aufwärmphase und viel zu wenig Pizza - verdammte Scheiße, mach deinen Job, Soffel! - ging's über einen kleinen Schlenker in den Supermarkt direkt zur zweiten Location: Adams Zimmer. Da haben wir nach zwölf TK-Baguettes und ein paar provisorischen Tonaufnahmen (rückblickend betrachtet alle für die Katz, aber immerhin ein nettes Training) das Zimmerfenster eingeschmissen - ziemlich oft und nie in echt, versteht sich. Siehe da: Scherben bringen Glück, deshalb verletzte sich niemand und alles lief am Schnürchen. Die Zeit bis zur Dunkelheit wurde dann mit einem kleinem Saufspiel und den dazugehörigen Flüssigkeiten überwunden, um kurz vor Mitternacht nicht mehr ganz so nüchtern weiter zu machen. Ab jetzt mit von der Partie: Wild Thing, hochmotiviert, stocknüchtern und voller guter Ideen. Er ermöglichte uns ein paar Kamerafahrten, wie es sie in der Geschichte D-Movies noch nicht gegeben hat. Mehr verraten wir nicht. Nur so viel: Wir waren um etwa 3 Uhr morgens im Bett und saßen um 7 Uhr schon wieder am Frühtückstisch - aus den Federn gelockt von den wohl besten Brötchen westlich des Rheins (unverhohlene Schleichwerbung: Bäckerei L******) - nach dieser Stärkung ging's auf zur zweiten Runde in Adams Zimmer, die uns ein Schauspiel der Extraklasse bescherten: Kevin Ramolla und Stefan Hoppe lieferten sich einen hochemotionalen Dialog, der so manch Crewmitglied hinter der Kamera die Tränen in die Augen trieb. Mal wieder. Gähn.
Bei der nächsten Etappe seilte sich Regisseur David J. Lensing einfach mal ab und ließ seine Crew für ein leckeres Mittagessen sitzen. Also fuhren die Jungs und Mädels (inzwischen mit am Start: Monique "The Incredible Hulk" Heßing) ganz alleine ins professionell ausgestattete Tonstudio Peter Weigls, um die gestriges Möchtegern-Voice-Over-Aufnahmen nochmal zu wiederholen. Kann ja nicht schaden. Danach das rührende Wiedertreffen von Regisseur und Crew am Rheinufer bei Sonnenschein. Hier nahm sich Monique ihrer Aufgabe an, die monsterschwere Tonangel zu halten, als sei's ein Zahnstocher, während Philipp seiner Ekel vor lebenden Fischen kundtat und sich auf Teufel komm raus nicht mit unserem Aal anfreunden wollte, den es in der kommenden Szene anzufassen galt. Long story short: Er hat geschrieen wie ein Mädchen, aber alles getan, was wir von ihm verlangten. Danke, Phil :-D Ab hier ging das Stimmungsbarometer übrigens bergab, was nicht an dem Fisch, sondern an der Hitze lag, die langsam ins Unermessliche stieg. Leider spielten die folgenden Szene auf der Promenade und der Rääßen Pöntje im Oktober, weshalb unsere Darsteller in dicken Strickjacken rumrennen durften und sich das Make-Up regelrecht aus dem Gesicht schwitzten - aber sie hielten bis zum bitteren Ende durch und bescherten uns einen gelungenen Drehschluss.

Jetzt kommt die Sommerpause. Bis Mitte August liegen die Dreharbeiten zu "Jakobs Weg" auf Eis, ehe wir das große Finale abfeiern: nur noch 5 Drehtage stehen auf unserem Plan. Aber keine Sorge - bis es mit dem großen Projekt weitergeht, halten wir euch mit anderen Kurzfilmprojekten und nagelneuen Fotogalerien bei Laune. Kann sich nur noch um Stunden und Tage handeln, bis neuer Content das Licht des Webs erblickt.

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