Hier halten wir euch über die Dreharbeiten unseres aktuellen Films "Wir drehen uns" auf dem Laufenden.
Außerdem informieren wir über so einiges, was in Sachen Amateurfilm rund um Bocholt und NRW noch so geht.
Kölsch und Kurze18.11.2011
Der Club Bahnhof Ehrenfeld. Ein überschaubares Areal, abgesteckt zwischen zwei Brückenpfeilern nebst S-Bahn-Haltestelle Köln-Ehrenfeld, vorn und hinten ne Wand dran, angenehm temperiert, Schauplatz sagenhafter Rhythmus-Gymnastik-Partys, Poetry-Slams und wahrlich legendärer - jaaa, man kann es nur in Barneys Kultbegriff erfassen - Bingoabenden mit Flimmy Hendrixxx und dem unvergleichlichen DJ Bleibtreuboy. Der CBE also, eine Location, die man sich bei einem Köln-Aufenthalt, wie lang auch immer geartet, nicht entgehen lassen sollte, ist Gastgeber einer Best-Of-Compilation des UNLIMITED-Festivals (gewesen). Die Veranstaltung ist vorbei, seit ein paar Stunden. Über die Leinwand flimmerten, vom Deckenbeamer projiziert, acht Kurzfilme, die zwischen dem 10. und 13. November ganz feierlich und offiziell auf dem 5. Unlimited European Shortfilm Festival Cologne liefen. Preisträger oder nicht, die gezeigte Auswahl wurde als Crème de la Crème deklariert und lockte ein paar Dutzend Zuschauer an einem Donnerstagabend in geselliger Kneipenatmosphäre unter die Bahngleise Höhe Ehrenfeld. Die Qualität der Beiträge steht letztlich erwartungsgemäß zur Diskussion, Kontroverse erwünscht, und konnte die anwesenden D-Movie-Mitglieder (namentlich Maddi, Stefan & Dave) nicht in Gänze überzeugen. Trotzdem, oder gerade deshalb, hat sich der Abend gelohnt!
Vorweg: Jaaa, wir haben uns selbst bei dem Festival beworben, doch unser Beitrag - der Vampir-Kurzfilm "Bound bride" - konnte sich angesichts der 1.500 Einreichungen nicht durchsetzen und wurde von der achtköpfigen Jury abgelehnt. Nicht, dass wir mit einer Nominierung gerechnet hätten, aber erst ein Abend wie der heutige führt vor Augen, weshalb uns jede Chance versagt ward: Wir spielen beiweitem (noch?) nicht in der Liga sämtlicher gezeigter Filme. Nach dieser Erkenntnis galt es, sich entspannt zurück zu lehnen, zu sehen, zu lernen, zu diskutieren. Highlight war defintiv "die deutsche Antwort auf Lars von Triers "Melancholia", respektive Mike Cahills "Another Earth" - und zwar Philipp Käßbohrers Sciene-Fiction-Rentner-Landei-Drama "Armadingen". Ansonsten standen auf dem Programm: "Der Besuch" von Conrad Tambour - anrührende Animation! - Remo Rauschers "The Streets of the Invisibles" - fragwürdige Kombi aus Klassiker-Soundspur und Streetview-Collage - "Big Bang Big Boom" von Blu - beeindruckende Stop-Motion-Evolutionsgeschichte im Graffiti-Style - Andrea Schneiders "De Roni" - Designer-Bioshortpic auf Switzerdütsch - "Baby" von Daniel Mulloy - eigensinniger Plot mit genialer Pointe - und zu "guter " Letzt die deutsche Dokumentation über ein albanisches Mädchen mit dem wunderbaren Titel "Der Mond ist ein schöner Ort".
Die Sichtung all dieser Kurzfilme sorgt für ein Inspirationshoch, das uns beim nächsten Drehtag zu unserem Kurzfilm "Im Namen des Täters" hoffentlich zusätzliche, frische Inszenierungsideen bringt: Am Samstag geht's weiter - unter anderem mit Günter Thebingbuß. Was daraus wird und weitere Eindrücke vom Unlimited-Festival gibt's dann in Kürze!
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