Irren ist menschlich. Man soll zu seinen Fehlern stehen. Bla, bla, so sei es: Auf dieser Seite präsentieren wir
mit einer prickelnden Mischung aus Stolz und Scham all unsere Filmfehler - zumindest die, die bislang gefunden wurden.
An unserem Amateurfilm-Set geht's bekanntlich heiß her und da kommt's vor, dass sich wieder keine Sau für die Continuity zuständig fühlt.
QUAINTOWN QUINTET
Neuer Film, neues Glück, beziehungsweise Pech. Da hat mal endlich mal eine begabte Maskenbildnerin am Set, die einem hübsche Tattoos auf ansonsten viel zu harmlos ausschauende Kerle pinselt - und dann sowas: Wir wischen es wieder weg, bevor die Dreharbeiten abgeschlossen sind!


RANDOM SHOT & THE JUNKIE PARK DELIVERY
Kaum war die Premiere des Films am 28. November beendet, kam auch schon der erste aufmerksame Zuschauer angerannt - mit einem Filmfehler, der insofern peinlich ist, als dass er schon vor Monaten von mindestens drei Leuten hätte entdeckt werden müssen - immerhin steht er schwarz auf weiß im Drehbuch von "The Junkie Park delivery": Der Autor hat sich mit der Zeitrechnung ein wenig schwer getan. Wenn Ricky Briskow seinen "Kumpel" Joshua zum zweiten Mal besucht und zur Rede stellt, ist sein Wortlaut zu Beginn: "Nachdem du mich gestern so rüde abgewiesen hast ..." - doch Ricky meint natürlich nicht gestern, sondern vorgestern. Ein gravierender Fehler, der die Logik des gesamten Films regelrecht auf den Kopf stellt. Kommen wir also zu einem lustigeren Thema.
Der Dreitagebart. Immer ein gefährlicher Risikofaktor für unsere Szenenanschlüsse. Bestes Beispiel ist der erste Auftritt von Ricky Briskow in dem Episodenfilm "Random shot" - er trägt ein Schlips-Shirt, ne Kappe und eben einen ranzigen Dreitagebart. Ricky erwischt seine Freundin Marie in flagranti mit einem anderen Kerl, fetzt sich ordentlich mit ihr, stürmt aus dem Zimmer, verlässt das Apartmenthaus und - schwups! - plötzlich ist der Dreitagebart weg. Komplett. Entweder hat Ricky auf dem Korridor einen Rasierer gefunden und sich vor Wut und Empörung über seine untreue Freundin erstmal rasiert, oder wir haben es mit einem Filmfehler mangels Continuity-Beachtung zu tun.


Man achte beim Gespräch zwischen Ricky, Debbie und ihrem Bruder Frank in Peter Lustigs Wohnwagen mal auf die geniale Background-Dekoration. Da hängt so ne Unterhose an einer Schranktür. Bescheuert genug, aber plötzlich - Schnitt - ist sie weg! Später ist sie dann wieder da ... magic ...


Zugegebenermaßen ziemlich übel: Die Frisuren! Genauer gesagt: Die Haarlängen. Wer auf diese Details achtet, dem wird auffallen, dass Arne Bams Haare zwischen der Spionage-Aktion und dem Frühstück im Stehcafé wie blöde gewuchert sind, obwohl der Zeitraum im Film nur ne Stunde umfasst.


Dafür hat Ricky Briskow zwischen seinem Abgang im Wohnwagen und seinem Auftritt im Junkie Park offenbar einen Friseur gefunden - obwohl er unter Zeitdruck steht, sich mitten in der Pampa aufhält und es schon nach Mitternacht ist. Egal. Zu guter Letzt noch der Grund, warum wir nicht in HD filmen: Weil immer mal wieder ungewünschte Requisiten (oder wie hier: das Drehbuch!) ganz dezent im Bild liegen.

WITHOUT GOODBYE & DEAD DOG'S DAY
Aller Anfang ist schwer: Bei ihrem ersten gemeinsamen Projekt - "Without Goodbye" - hatten David J. Lensing und Rita Wißmann noch andere Sorgen, als auf die Continuity zu achten. So kommt es schonmal vor, dass sich bei einem einstündigen Spielfilm ein paar Filmfehler einschleichen. Zum Beispiel ergibt das Kartenspiel im Proberaum keinerlei Sinn: Da wird weder der Reihe nach, noch nach irgendwelchen Regeln gespielt. Es gilt - wer gerade dran denkt, legt ne Karte. Oder auch nicht.
Das eingeschlagene Autofenster ist am Ende plötzlich wieder heile - und am übelsten: Wenn Jasper zu Nr.5 ins Auto steigt, sieht man im Rückspiegel die eigentlich soeben in den Kofferraum geladene Leiche alias Marius Kroll, der sich putzmunter das Blut vom Hemdärmel wischt. Eine Hommage an George A. Romero? Nö. Ein Filmfehler? Jo.
Auch unser zweiter Streich ist alles andere als fehlerfrei. Gerade einmal eine halbe Stunde dauert die WL-Produktion "Dead Dog's Day". Zeit genug für einige Unstimmigkeiten. Bei finalen Dialog zwischen PJ und Dominik ist im Auto im Hintergrund eine Maddi zu sehen, die eigentlich nicht da sein sollte. Hätte sie einfach nur still gesessen, wäre sie bestimmt niemandem aufgefallen - aber als Maddi bemerkt, dass gedreht wird, duckt sie sich rasch, um bloß nicht gesehen zu werden.


Bei der Überfall-Rückblende gilt es, genau auf PJ's Hand zu achten: In der ersten Rückblende hielt er noch eine Tasche für die Beute in seiner rechten Hand, als er den Wodka-Shop betritt. Aber irgendwie fehlt diese Tasche in der zweiten Rückblende. Ach, nein: Nach einem Schnitt ist sich plötzlich wieder da - Schnitt! - und wieder weg. Zauberei? Wohl eher nicht.


KURZFILM-FEHLER
Je kürzer der Film, desto kürzer die Fehler: Wer den Filmfehler in "Thanks for calling" bemerkt, dem entgehen auch die Hidden Frames in "Fight Club" nicht. Nur den Bruchteil einer Sekunde ist der Regisseur höchstpersönlich und unfreiwilligerweise im Fernseher zu sehen. Ungefähr ein Frame lang brennt sich der Herr Lensing mit Kamera bewaffnet und den Fernseher für die Bluescreenaufnahmen filmend in das Unterbewusstsein des Zuschauers ein. Aber mal ehrlich: wem fällt's auf? Sucht einfach den Kameramann in diesem Bild...

Und es gibt da noch so einen Kurzfilm ("Sleeping Sophie"), in dem die Hauptfigur sich mit ihrer Angst anlegt - im Rahmen eines Schachspiels. Aber noch vor dem ultimativen Brettspiel-Finale ein Filmfehler in den Streifen eingeschlichen - fällt allerdings nur Erbsenzählern auf, die sich von solchen Details doch tatsächlich ablenken lassen: Nach ca. 1:04 min. trägt Sophie die Haare noch offen und dann - Schnitt - zum Zopf gebunden! Das führt die ganze Logik des Films leider völlig ad absurdum.
